Ungeachtet einer Entscheidung des Internationalen Gerichtshofs hat die Justiz in Texas die Todesstrafe gegen den aus Mexiko stammenden Mörder José Ernesto Medellin vollzogen. Zuvor hatte der Oberste Gerichtshof die Vollstreckung der Todesstrafe angeordnet. Die mexikanische Regierung schickte dem US-Außenministerium eine Protestnote. Quelle
Die Hinrichtung von Les Bower war für den 22. Juli angesetzt, wurde aber bereits 2x ausgesetzt. Gestern wurde die Hinrichtung ein drittes Mal ausgesetzt und zwar für mindestens zwei Wochen, bis das Gericht darüber entschieden hat, ob man noch eine DNA-Analyse machen soll oder nicht. Die Entscheidung des Gerichts soll voraussichtlich am 1. August getroffen werden. Bower wurde zum Tode verurteilt, weil er 1984 vier Personen ermordet haben soll.
Am 10. Juli 2008 wurde Carlton Turner (29) in Huntsville (US-Bundesstaat Texas) um 18.09 Uhr hingerichtet. Um 18.16 Uhr wurde er für tot erklärt. Turner wurde zum Tode verurteilt, weil er 1998 seine Adoptiveltern ermordete. Sein Onkel war als einer der Hinrichtungszeugen im Zuschauerraum anwesend. Turners letzte Worte galten seinem Onkel: „Ich bereue es die letzten 10 Jahre lang. Ich wünschte, Du könntest meine Entschuldigung akzeptieren. Ich weiß, Du kannst mir Deine Vergebung nicht geben. Es ist ok. Ich versteh es. Ich weiß, ich habe eine Menge Schmerz verursacht“. Danach richtete er seine Worte an die Allgemeinheit und erklärte, er würde die Verantwortlichkeit für seine Taten auf sich nehmen und die Strafe tragen wie ein Mann. Danach entschuldigte er sich erneut für seine Verbrechen.
In den Vereinigten Staaten wird durchschnittlich an jedem vierten Tag ein Todesurteil vollstreckt. Der Film lässt amerikanische Gefängnisdirektoren, Seelsorger und Vollzugsbeamte, die an Exekutionen beteiligt sind, über Ihren Alltag und ihre Gefühle sprechen.
Im Gefängnis von Huntsville erzählen Gefängnisgeistliche
von der Schwierigkeit, Strafgefangenen bei der Vorbereitung auf den Tod zu „helfen“. Der frühere Leiter des Exekutionsteams von Huntsville arbeitet inzwischen als Zimmermann und ist zum vehementen Gegner der Todesstrafe geworden. Er beginnt zu weinen, als er über seine ehemalige Arbeit berichtet und sich an die Ereignisse im Gefängnis erinnert.
Ein ehemaliger Gefängnisdirektor, der seinen Job nach mehreren Hinrichtungen in Florida und Mississippi aufgab und inzwischen Rechtswissenschaften lehrt, glaubt, dass er an der Vergasung eines Unschuldigen beteiligt war. Sein Bericht endet mit den Worten: „Ein Menschenleben ist in den USA nicht mehr viel wert. Wir müssen uns kritisch im Spiegel betrachten, und ich bin mir nicht sicher, ob uns alles, was wir da sehen, gefallen wird.“
Nur eine Stunde vor der geplanten Hinrichtung annullierte ein Bezirksrichter den Hinrichtungsbefehl gegen Hood. „Ich danke einfach Gott. Ich folge nur meinem Schicksal.. Wenn es nicht passiert wäre, wäre ich heimgegangen zum Herrn.“ Hood wurde allerdings noch nicht in den Todestrakt zurückgebracht, weil der Staatsanwalt die Entscheidung des Richters anfechten wil.